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von Chris Jung

Die renommierte schweizer Züchterin Englischer Bulldogs, Imelda Angehrn, suchte Anfang 2000 nach Alternativen für die Zucht ihrer Bulldogs. Zur gesundheitlichen Verbesserung ihrer Zucht beantragte sie um 2001 die Einkreuzung von "Olde English Bulldogs" aus den USA.

Sie entwickelte den Standpunkt, dass die Rasse "Englische Bulldogge" gesundheitlich verloren sei und es einer neuen Bulldog-Rasse bedarf. So wurde am 05.12.2004 mit Zustimmung der "Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft" eine neue Rasse ins Leben gerufen, der "Continental Bulldog", die nun auf eine Anerkennung durch den FCI hofft.

So entstanden "sportliche kleine Molosser" (Anzeige des CB-Club der Schweiz vom 15.12.2005). Der Continental Bulldog ist schlanker, hochbeiniger, sportlicher als der English Bulldog. Am besten mal auf der Homepage des "Continental Bulldog Club Schweiz" (CBCS) nachschauen.

Viele Englsig Bulldog-Freunde unterstützten zunächst das Ansinnen von Frau Angehrn. Mit der Schaffung einer neuen Rasse Ende 2004 war aber auch eine Entscheidung  für die Bulldogger herausgefordert. Schließlich entschied die Mitgliederversammlung am 30.04.2005 bei allem Respekt für die Leistungen von Frau Angehrn aber mit überwältigender Mehrheit gegen eine Öffnung des "Vereins der Freunde Englischer Bulldogs e.V." für die neue Rasse "Continental Bulldog". Auf einer weiteren a.o. MV am 01.10.2005 wurde diese Entscheidung noch einmal bekräftigt und untermauert:

"Der VdFEB bleibt dem English Bulldog treu und ist überzeugt, dass die gesundheitlichen Probleme der Rasse positiv gelöst werden können - und müssen. Diese herrliche, mehr als 150 Jahre alte Rasse muss uns erhalten bleiben und hat eine grosse Zukunft. Wir sind und bleiben English-Bulldog-Fans."

Continental
Continental Bulldog (Standard)
Auch finden wir das einmalige Wesen und den einzigartigen wunderbare Charme unserer "Engländer" in diesem "sportlichen Molosser" nicht wieder.
Die Überlegungen des VdFEB, die das Ergebnis einer mehrjährigen intensiven Diskussion sind, sind vielleicht auch eine Hilfestellung für diejenigen, die in dieser Frage eine Orientierung suchen.

Zunächst einmal: ob Continental Bulldog oder English Bulldog - das ist Geschmacksache. Und wir wollen auch keinen Windhund- oder Dackel-Freund von seinen Lieblingen abbringen.

Aber die Schaffung einer neuen Hunderasse im Jahr 2004 sollte schon wohlbegründet sein. Es gibt schließlich bereits gut 350 allein vom FCI anerkannte Hunderassen.

Welchen Sinn macht also eine weitere Bulldog-Rasse?

OEB
Olde English (Unterschied zu Continental?)

  • Ein anderer English-Bulldog?
    Warum bleiben wir dann nicht beim Original?!
    Der Continental Bulldog Club rechtfertigt die Schaffung der neuen Rasse damit, dass angeblich die Gesundheit des "Englischen Bulldog" nicht mehr zu retten sei. Der VdFEB ist hingegen überzeugt, dass es genug positives genetisches Potenzial in dieser weltweit anerkannten und verbreiteten Hunderasse gibt. Genug, um rassetypische und gesunde Englische Bulldogs zu erhalten. Dafür setzen wir uns ein. Wir wollen den English Bulldog mit seinem einzigartigen Wesen, Charakter und Charme erhalten.

  • Eine weitere Bulldog-Rasse?
    Englischer Bulldog
    English Bulldog (Big Jim; FCI)

    Da gibt es bereits sehr viele (Olde English, Victorian, Aussi, American, Renascence...; siehe "Alternative Bulldogs"), die im übrigen allesamt die gleichen Argumente für ihre Existenzberechtigung nennen wie es der CBCS tut. Da hätte es keiner weiteren Rasse bedurft. Es ist auch zu bedenken, dass durch jede Gründung einer neuen zahlenmässig kleinen Rasse auch ein viel zu kleiner da abgeschotteter Gen-Pool entsteht. Dieser bedeutet Inzucht und führt zwangsläufig zu schweren gesundheitlichen Schäden der Rasse! Dies sollten die vordergründig so auf "Gesundheit" abhebenden Vertreter dieser neuen Rasse bedenken. Es ist auch ein Kuriosum, dass eine neue Rasse mit der Begründung geschaffen wird, eine andere von dem gleichen Verband vertretene Rasse sei gesundheitlich nicht mehr zu retten.

So oder so, wenn man einen anderen weil sportlicheren Hund als den English Bulldog wünscht, so ist das sicherlich nicht nur das gute Recht jedes Hundeliebhabers. Vielmehr muss der Mensch zum English Bulldog passen (nicht umgekehrt) und wer spürt, dass das im tiefsten innersten nicht 100%ig der Fall ist, der sollte auch keinen English Bulldog zu sich nehmen.

Auch der zuchtbuchführende CB-Club der Schweiz spricht von seinen Hunden inzwischen als "sportliche kleine Molosser" - ein Typ Hund den der English Bulldog nach seiner Kampfhundezeit auch nie darstellte.

Nichtsdestotrotz respektiert der VdFEB den Standpunkt des CBCS und wünscht ihm gesunde und gute Hunde und uns gemeinsam eine sachliche mit gegenseitigem Respekt geführte Fortsetzung der Diskussion.


Letztes Update ( Sonntag, 01. Juni 2008 )
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