Das Problem der Gesundheit ist bei vielen Hunderassen in Deutschland immer
drängender geworden. Gesundheitsschädliche Standards wie beim Deutschen
Schäferhund oder beim Mops führen regelmäßig zu schweren gesundheitlichen
Belastungen bzw. müssen als Qualzucht gekennzeichnet werden. Ebenso führen extreme
Auslegungen des Standards wie beim Bulldog zu den gleichen schädlichen Folgen für die Gesundheit. Der neue Mops-Standard
Vor diesem Hintergrund gründeten Anfang 2003 erfahrene Züchter den
"Mops - Pekingesen - Rassehunde - Verband
e.V." kurz MPRV.
Bulldogge.de stellte Ulrich Willms, dem 1. Vorsitzenden des MPRV e.V., einige
Fragen:
Frage: Es gibt neben dem VDH ja schon viele
Zuchtverbände. Warum haben Sie einen neuen Verband gegründet, was ist das
besondere an dem MPRV.
Ulrich Willms: Dem Zuchtziel, einen Mops
mit Schnauze zu züchten, steht der geltende Standard des VDH’s entgegen. Andere
Zuchtverbände richten sich nach diesem Regelwerk. Aus diesem Grunde wurdeder
MPRV e.V. ins Leben gerufen. Wir akzeptieren den Standard nur so weit, wie er
der Gesundheit eines Mopses nicht im Wege steht. Lukas Hilbert unterstützt den neuen Kurs
Frage: Mit welchen Maßnahmen sichern Sie ab, dass
Ihre Hunde auch wirklich gesünder und vitaler sind?
Ulrich Willms: Unsere Möpse sind nicht
gesünder und vitaler als alle jene, die eine deutlich sichtbare Nase im Gesicht
tragen. Ein Mops ist eine Lebewesen und kann immer erkranken. Eine Krankheit,
wie die Brachyzephalie bewusst anzuzüchten, ist jedoch an Dummheit nicht zu
überbieten. Solche Ignoranten, die diese Qualzucht nicht sehen wollen, findet
man bei uns nicht.
Frage: Was konnten Sie schon praktisch
bewirken?
Ulrich Willms: Von unseren bisher ca. 1200
gezüchteten Möpsen war ein einziger kurzatmig. Dieses wurde frühzeitig erkannt
und der Mops springt heute, nach einer sehr frühen OP, wieder fröhlich und
beschwerdefrei über Pfützen. Ich möchte hier einmal anführen, dass täglich ein
Standard-Mops bei Prof. Oechtering in der Uni Leipzig wegen seiner asthmatischen
Erkrankung operiert werden muss!! Gert Haucke engagiert gegen Qualzucht
Frage: Die Englische Bulldogge ist ja auch eine
gesundheitlich sehr belastete Rasse. Ich kenne bisher keinen Zuchtverband in
Deutschland, der eine vergleichbare positive Orientierung für die Bulldog-Zucht
hat, wie Sie es bereits bei den Möpsen realisiert haben. Was wäre Ihre
Empfehlung für den Bulldog?
Ulrich Willms: Solange auch hier der
Standard der Gesundheit im Wege steht, wird es nicht möglich sein, Abhilfe zu
schaffen. Formatieren Sie sich als Züchter und zeigen Sie dem VDH die kalte
Schulter.
Der Welpenkäufer ist letztlich jener, der den Standard durch sein Kaufverhalten
beeinflussen kann.
Sie werden erleben, dass jener auf den Standard pfeift, wen er die Möglichkeit
sieht, einen gesundheitlich ungeschädigten Buldog zu bekommen. Benutzten Sie zur
Zucht die allerbesten Hunde, die Sie bekommen können und verpaaren Sie wenige,
aber gute Hunde untereinander. Richten Sie eine HP ein, aus der deutlich und
klar hervorgeht, dass sie sich gegen den Standard stellen.
Versuchen Sie bitte, die Medien auf Ihr Problem aufmerksam zu machen. Lassen Sie
sich durch üble Beschimpfungen und Bedrohungen nicht aus der Bahn werfen und
zeigen Sie Ihre Ergebnisse in der Öffentlichkeit. Sie müssen unbedingt wollen –
dann schaffen Sie es auch. Danken werden es die Buldog und jene Familien, die
später mit Ihren gesunden Hunden leben werden. Zukunft für unsere Möpse
Der MPRV e.V. steht Ihnen jederzeit mit Rat und Tat bei.
Wir wünschen Ihnen viel Durchhaltevermögen und tolle Zuchtergebnisse.
Chris: Wir wünschen auch Ihnen weiterhin viel
Erfolg auf dem eingeschlagenen Weg und danken für das Interview.
Mehr Infos:
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Letztes Update ( Dienstag, 29. Mai 2007 )
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