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Interview mit Sabina Raser ÖKUB |
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bulldogge.de: Frau Raser, Sie sind die 1. Vorsitzende des Österreichischen Bulldog-Klub (ÖBUK). Können Sie uns Ihren Klub kurz vorstellen?
 Welche Zukunft wird uns erwarten?
Wir sind ein kleiner Verein mit viel Tradition!
Der Österreichisch Bulldog Klub besteht seit dem Jahr 1898, früher
waren die Englischen und Französischen Bulldoggen noch friedlich
vereint. Ende der 80er Jahre trennten sich die Wege und der ÖBUK hat
sich ausschließlich dem Englischen Bulldog gewidmet.Gründungsjahr 1898
bedeutet, dass dieser Klub lange vor der FCI und lange vor dem ÖKV
existierte. Es hat wohl zwischendurch 3 andere Bulldog Klubs in
Österreich gegeben die sich aber wieder aufgelöst haben.
Wir sind Mitglied des Österreichischen Kynologenverbandes ( ÖKV) und
dadurch der FCI angeschlossen. Der ÖBUK ist die einzige vom ÖKV zur
Vertretung sämtlicher, wie immer gearteter Interessen Englischer
Bulldoggen in Österreich zugelassene Verbandskörperschaft.
bulldogge.de: Der ÖKUB spricht von
einem gesunden, alltagstauglichen und zugleich rassetypischen English
Bulldog als Ziel, wie ist das zu verstehen?
Das eine schließt das andere nicht aus, wenn man den Standart
betrachtet ist ohnehin vorgegeben, daß kein Rassemerkmal so
dominiert,daß es den harmonischen Gesamteindruck stört. Außerdem ist
Atemnot unter anderem als auszuschliessender Fehler angegeben. Deshalb
liegt es doch auf der Hand wieder näher an den Standart heran zurücken.
Natürlich sollte dies im Ring beginnen.
Grundsätzlich ist Alltagstauglichkeit immer eine Auslegungssache. Für
sportlich ambitionierte Menschen wie Jogger und Radfahrer ist ein
Bulldog mit Sicherheit kein alltagstauglicher Hund, da er nicht
mithalten kann. Aber als Gesellschafts - und Begleithund für
Spaziergänger die keine Rekorde aufstellen wollen, ist er sehr wohl
alltagstauglich.
bulldogge.de: Welche Maßnahmen ergreift Ihr Verein, um diese Ziele praktisch zu verwirklichen?
 Oskar mein erster Bulldog
Schon seit Jahren sind ausgesprochen schwere übertypisierte Bulldogs in Österreich eher die Ausnahme. Vielmehr achten wir darauf
bewegungsfreudige Hunde mit etwas Nase und vor allem ausreichend
Halslänge für die Zucht einzusetzten. Da wir nur eine kleine Population
an Zuchttieren haben, ist es für uns sehr wichtig unsere genetische
Vielfalt immer wieder zu erweitern. Aus diesem Grund bedarf es für
Inzucht eine Genehmigung vom Zuchtwart. Allerdings wird Inzucht bei uns
nicht gerne gesehen!
Mit dem Inkrafttreten des neuen Tierschutzgesetzt hat sich der ÖBUK
entschlossen, bei alle Hunde die nach dem 01.01.2008 in die Zucht
gehen, eine Zuchttauglichkeitsprüfung, bei der die Hunde auf
Qualzuchtmerkmale geprüft werden, abzunehmen.
Diese Zuchttauglichkeitsprüfung wird von unserer Zuchtwartin in ihrer Funktion als Tierärztin abgenommen.
Natürlich liegt es in erster Linie in der Hand des Züchters sich nicht
von Titeln und Abstammung blenden zu lassen. Ein guter Züchter der
seine Hunde kennt, der weis auch um die Stärken und Schwächen seiner
einzelnen Hunde Bescheid und um ihren Zuchtwert. Das ist die
Grundveraussetztung um eine Zucht zu verbessern.
bulldogge.de: Wie können wir, die
Halter und Liebhaber des Bulldogs, überprüfen, ob ein Züchter auch
wirklich auf das Wohl und die Gesundheit seiner Bulldogs abstellt?
Das kann man am besten, wenn man sich die Zeit nimmt und den Züchter
und seine Hunde besucht. Einen Hund oder eine Zucht nur anhand von
Fotos auf Webseiten zu beurteilen, ist wie eine Ferndiagnose zu
erstellen. Wenn ich aber vor Ort bin und die Hunde in natura erlebe,
kann ich mich von ihrer Vitalität, ihrem Temperament und ihrem
Charakter überzeugen. Jeder seriöse Züchter wird sie gerne empfangen
und sich Zeit für ein ausführliches Aufklärungsgespräch nehmen.
bulldogge.de: Das ist nicht ganz
unproblematisch. Angesichts von Bulldogs live und besonders von Welpen
ist man ja emotional verführt und kann dann meist nicht mehr rational
denken. Wäre es nicht auch sinnvoll, den Interessenten vorher einige
wichtige Informationen wie Stammbaum und Gesundheitsatteste einsehen zu
lassen?
 man darf auch wieder etwas Nase zeigen
Natürlich ist es sinnvoll Informationen wie Stammbaum und Gesundheitsatteste vorher abzuklären.
Ich gebe ich Ihnen auch völlig Recht, daß beim Anblick von Bulldogs
live rationales denken ausgeschaltet wird, unabhängig davon ob gerade
Welpen im Haus sind oder nicht. Der ideale Weg ist natürlich, daß man
sich zuerst einen Züchter aussucht und sich dann erst entschließt einen
Welpen zu nehmen. Auch wenn zur Zeit keine Welpen verfügbar sind und
man mitunter etwas warten muß.
Somit kann man auch in Ruhe überdenken ob die Informationen die man
bekommen hat den Erwartungen entsprechen und man bewahrt sich auch vor
der emotionalen Verführung.
bulldogge.de: Hat der ÖKUB eine Welpenvermittlung?
Natürlich hat der ÖBUK auch eine Welpenvermittlung.
Sie ist auf unserer Website unter "wichtige Adressen" zu finden. www.bulldog.or.at
bulldogge.de: Vielen Dank für das Gespräch, wir wünschen Ihnen von Herzen viel Erfolg auf dem Weg zu einem gesunden Bulldog! Wir hoffen insbesondere, dass dieser Weg auch tatsächlich in der züchterischen Praxis seinen nachhaltigen Niederschlag finden wird.
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Letztes Update ( Montag, 10. März 2008 )
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