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Interview mit Gudrun Schäfer bulldogge.de - Seite als PDF downloaden bulldogge.de - Seite Drucken Seite per Bulldog-Mail empfehlen
Franzose und Engländer Bulldogge.de stellt in lockerer Reihenfolge Zuchtvereine vor, die höhere Standards für die Gesundheit unserer "Plattschnauzen" realisieren wollen. Nach Ulrich Willms bei den Möpsen und Sabrina Raser bei den Bulldogs in Österreich stellen wir heute das Projekt von Gudrun Schäfer bei den Bullys vor.


Bulldogge.de:
Frau Schäfer, warum haben Sie einen neuen Verein zur Zucht von Französischen Bulldoggen gegründet. Es gibt doch bereits im VDH und ausserhalb des VDH einige, die sich dieser Aufgaben widmen?

Gudrun Schäfer:
Ja es gibt den VDH und einige Vereine ausserhalb. Da aber die Bullys und hier voran die Französische Bulldogge zum Modehund wird oder besser geworden ist und die Vereine hier geradezu aus dem Boden sprießen, ist es dringend an der Zeit, durch strenge Auflagen die Rassen vor dem absoluten Untergang zu bewahren.

Zur Zeit sind wir noch eine der DHSU angeschlossene Landesgruppe, die sich im Mai 2006 gegründet hat, nachdem bekannt wurde, dass sich der Verein für Französische und Englische Bulldoggen in der DHSU in Auflösung befindet. Verhandlungen, diesen Verein weiterhin bestehen zu lassen, scheiterten. Somit hätten 2 sehr engagierte Züchter und auch interessierte Neuzüchter, die sich innerhalb der DHSU einem Spezialverein anschliessen wollten, keine Perspektiven mehr gehabt. Dazu muss man noch erwähnen, dass die DHSU als kleiner, aber in Sachen gesunder Hundezucht führender Dachverband, als erster zum 09.02.2003 die Keilwirbelröntgenpflicht bei Französischen Bulldoggen einführte. Im Mai 2005 wurden die Zuchtsonderregelungen für Französische und Englische Bulldoggen erweitert..

Logo Wir sind noch lange nicht am Ziel und deshalb steht dieses Jahr noch die Gründung eines eigenständigen Vereins an. Eine Ergänzungszuchtordnung wurde erstellt in der auch erwähnt ist, dass diese jederzeit nach Anforderung von neuen z.B. medizinischen Erkenntnissen oder der Diagnostik erweitert wird.


Bulldogge.de:
Können Sie uns anhand eines Beispiels erläutern, was das für die Gesundheit der Bullys praktisch bedeutet?

Gudrun Schäfer:
Das schlimmste Übel, das einer Hunderasse passieren kann, ist dass sie in Mode kommt und dadurch Züchter, Vermehrer und Händler auf dem Plan ruft, um den Markt zu befriedigen. Hunde werden in der "Zucht" eingesetzt, ohne an die Zukunft der Rasse zu denken, und das ist gerade für unsere Rassen ein absolutes Fiasko.
Sie wollen Beispiele. Wir finden Hunde mit Gaumensegel- oder Patella-Operation als Zuchthunde im Internet wieder....


Bulldogge.de:
Diese Erfahrung kann für die English Bulldogs nur bestätigt werden. Es ist auch für den Engländer dringend Zeit für eine neue Qualität in der Zucht!
Es ist schon erschreckend, welchen Widerstand man da bei Züchtern vorfindet. Und in ihrem Verein zu züchten stellt ja sehr hohe Anforderungen an die Züchter.
Werden Ihre hohen Standards für die Zucht bei Züchtern wie Bully-Haltern genug Akzeptanz finden?

Gudrun Schäfer:
Ich denke schon, dass es für verantwortungsvolle Welpeninteressenten wichtig ist, zu wissen, dass für den zukünftigen Welpen das Beste getan wird, dass die Elterntiere gesundheitlich überprüft werden und die Zuchthunde in der Familie ein normales glückliches Hundeleben führen können.

Zuchtrüde Was die Akzeptanz bei den Züchtern betrifft, so sind wir stolz darauf, dass wir innerhalb der kurzen Zeit 6 Züchter und 6 Deckrüdenbesitzer bei uns haben, die diese Notwendigkeit erkannt haben und aktiv mitwirken.


Bulldogge.de:
Dazu schon einmal herzlichen Glückwunsch!
Was sind Ihre Pläne für den English Bulldog?

Gudrun Schäfer:
Sie kennen ja schon unsere Zuchtordnung (siehe unten) und wir haben auf unserer letzten Jahreshauptversammlung beschlossen, den zukünftigen Verein so wie jetzt die Landesgruppe MIT Engländern zu führen, auch um Züchtern, die das gleiche Ziel vor Augen haben, die Möglichkeit zu geben, sich uns anzuschliessen. Natürlich muss unsere Zuchtordnung für den E.B. noch weiterentwickelt werden. Leider haben wir zur Zeit noch keinen EB-Züchter in unseren Reihen, wir sind aber zuversichtlich, dass sich das ändert. Ganz besonders, würden wir uns über "alte" erfahrene Züchter freuen.


Bulldogge.de:
Bulldogge.de wird Sie dabei unterstützen. Es ist - soweit bekannt - die erste Zuchtordnung für den English Bulldog, die in Deutschland seit langem veröffentlicht ist.
Was sind Ihre Pläne für die nähere Zukunft?

Gudrun Schäfer:
Zuerst muss die Vereinsgründung abgeschlossen werden. Ja und jetzt und später ist Aufklärungs- und Informationsarbeit enorm wichtig


Bulldogge.de:
Kann man jetzt schon einen Bully-Welpen aus Ihrem Verein bekommen?

Gudrun Schäfer:
Ja zur Zeit gibt es einen Wurf.


Bulldogge.de:
Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitstreiter/innen viel Erfolg!


  • Zur Person:
    Gudrun Schäfer Gudrun Schäfer schreibt: Den Bulldogs gehörte schon als Kind meine grosse Liebe. Seit 1995 züchte ich Französische Bulldoggen (www.bully-haus.com) .
    Im Laufe der Zeit lernte ich zu begreifen, dass bei diesen Rassen gesundheitlich Einiges im Argen liegt.
    Dies hat mich im Laufe der Jahre zur Kämpferin gemacht, aber mich auch oft fast resignieren lassen. Mitlterweile bin ich froh, nicht aufgegeben und so manchen Stein ins rollen gebracht zu haben.
    So manche Dinge, die ich erlebt habe, haben mich sehr geprägt und ich weiss nicht, ob hier der richtige Platz ist allen den lieben Menschen zu danken, die ich kennenlernen durfte und die sich dem Grundsatz einer verantwortungsvollen Zucht angeschlossen haben.






Letztes Update ( Mittwoch, 14. Mai 2008 )
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